Kenntnisse über die Volkswirtschaft

Albert Bünger
Artlenburg, Juni 2019

1. Geld

Geld gibt es, weil es gebraucht wird.
Geld wird aus dem Nichts geschöpft.
Mit dem ersten Kreditvertrag ist das Geld in der Welt.
Wird das Kreditgeld vollständig zurückgezahlt, dann ist die Kreditschuld Null.
Im Handel und in der Produktion wird das Geld aber gebraucht. Die Problemlösung war:
Die Menschen sammelten in der Vergangenheit Geld, das sie dem Staat als Kredit zur Verfügung stellten.
Der Staat zahlte für den Kredit Zinsen und war verpflichtet, für die Stabilität des Geldwertes zu sorgen.
Die Zinsen konnten dann aus der Wirtschaftsleistung und aus der Produktivitätssteigerung seiner Volkswirtschaft aufgrund der Besteuerung bezahlt werden. Die Methoden der Produktivitätssteigerung einer Wirtschaftsleistung bezeichnet man mit dem Sammelbegriff "Kapitalismus".

In der Europäischen Union (EU) sorgt die Europäische Zentralbank (EZB) für die Geldwertstabilität und für die Geldmenge der Eurozone. In der Eurozone haben zur Zeit 19 Staaten der EU den Euro als Gemeinschaftswährung.

Die EZB druckt das Geld. Ihr Anteil am geschöpften Geldvolumen beträgt etwa 20%.
80% des Geldvolumen schöpfen die Banken aus dem Nichts, indem sie Kredite an ihre Kunden vergeben.

Die Banken haben das Recht, Geld aus dem Nichts zu schöpfen, indem sie Kredite an ihre Kunden vergeben. Dieses Recht haben die Banken an die privaten Haushalte weitergereicht, indem sie Kreditkarten ausgeben. An diesen Kreditkarten verdienen die Banken prächtig. Sie erheben darauf Kreditzinsen und Gebühren. Der private Konsum wird dadurch nicht billiger, sondern teurer.

2. Saldenmechanik von Wolfgang Stützel 1958

Die Idee dahinter ist: Wenn einer sein Geld spart, dann muss ein anderer sich dafür Verschulden. Mit anderen Worten: Er muss einen Kredit aufnehmen, sonst kommt der Wirtschaftskreislauf ins Stocken. Gesamtwirtschaftlich gesehen muss es immer einen oder mehrere Kreditnehmer geben, wenn ein Wirtschaftsbereich spart.

Die privaten Haushalte in Deutschland sparen normalerweise immer. Sie sparen z.B. für die Ausbildung ihrer Kinder, für ein Bauvorhaben, für die Altersvorsorge und anderes mehr. Wenn die Menschen zu viel sparen, dann entsteht ein Nachfrageausfall wie bei einer Rezession. Damit die Wirtschaft nicht einbricht, muss sich nun ein anderer Wirtschaftsbereich verschulden. Mit anderen Worten: Die Unternehmen, der Staat oder das Ausland müssen Kredite aufnehmen. Bislang waren es die Unternehmen, die mit ihren kreditfinanzierten Investitionen für die notwendigen Verschuldung sorgten.

3. Deficit spending

Die neoliberale Agenda 2010 mit ihren Steuersenkung für Unternehmen und Lohnkürzungen für die Arbeitnehmer hat dafür gesorgt, dass die Unternehmen über so viel Geld verfügen, dass sie ihre geringen Investitionen aus den laufenden Einnahmen bezahlen können. Die Lohnkürzungen dagegen brachten dafür einen Nachfrageausfall durch die Verminderung der Massenkaufkraft. Es fehlte trotz Nullzinspolitik der EZB an Schuldnern. Deshalb musste der Staat hier einspringen und mit neuen Schulden die Investitionen finanzieren, die die Wirtschaft am Laufen halten. Diese Methode hat John Maynard Keynes erfunden und nennt sich "Deficit spending".

4. Massenkaufkraft in der Volkswirtschaft

Der Staat muss auch einspringen, wenn durch die Verminderung der Massenkaufkraft ein Nachfrageausfall entsteht. Im Jahre 2015 wurde der gesetzliche Mindestlohn in Deutschland eingeführt. Die große Überraschung in Deutschland war: Die Steuerung der Massenkaufkraft über den Mindestlohn funktionier!

Der Sparzwang dagegen führte dazu, dass das Geld gehortet wurde. Dieses gehortete Geld fehlte im Wirtschaftskreislauf und sorgte für einen Nachfrageausfall. Die Arbeitslosigkeit nahm zu und die für die Massenkaufkraft wichtigen Einkommen wurden dadurch vermindert. Es gibt eine Lösung für dieses Problem: Die Regierung muss den Sparzwang aufgeben und für Investitionen sorgen, um die Arbeitslosigkeit zu beseitigen. Unsere Politiker müssen es endlich begreifen: Arbeitslosigkeit ist teuer für die Volkswirtschaft!
Diese Problemlösung wurde erstmalig von John Maynard Keynes vorgeschlagen.

5. Schwundgeld

Die EZB hat Schwundgeld eingeführt. Das ist eine Art Anti-Hortungs-Gebühr. Erst waren es -0,1% für die geparkten Bankeinlagen bei der EZB, seit Juni 2014 waren es -0,4%. Das Ziel war, dass die Banken motiviert werden, mehr Kredite an die Unternehmen zu geben. Das hat aber bisher nicht funktioniert, weil die Unternehmer nicht investieren, wenn sie ihre Produkte wegen der fehlenden Massenkaufkraft nicht verkaufen können.
Bei Michael Unterguggenberger hat das Schwundgeld 1931 aber funktioniert, weil er mit sinnvollen Maßnahmen Arbeit finanziert hatte. Die Arbeitslosigkeit ging zurück und die Einkommen der Familien stiegen. Das Schwundgeld hat Johann Silvio Gesell erfunden.

6. Stabilitätsfaktoren in der Volkswirtschaft

Eine Volkswirtschaft ist nicht krisenfrei. Um sie zu stabilisieren bedarf es gesetzliche Einrichtungen des Gemeinwohls. Staatliche gesetzliche Einrichtungen des Gemeinwohls sind:

  1. Die Arbeitslosenversorgung
  2. Die Krankenversorgung
  3. Die Rentenversorgung
  4. Die Pflegeversorgung

Alle 4 Versorgungseinrichtungen werden im monatlichen Umlageverfahren finanziert. Das Geld, das im Monat eingenommen wurde, wird im nächsten Monat wieder ausgegeben. Dieses Geld stabilisiert den Wirtschaftkreislauf in der Volkswirtschaft. In den vergangenen Erdölkrisen und in den Finanzkrisen haben sich diese Versorgungseinrichtungen erfolgreich bewährt.





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